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Gesellschaft

(Ent-)Spannung beim Puzzeln

23.11.2021
Selina Lienhard schreibt über das Puzzeln. Als Möglichkeit zur Entspannung und als Herausforderung an das eigene Durchhaltevermögen.

Von Selina Lienhard, Näfels

Die kalte Jahreszeit ist da und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen im Winter ist das Puzzeln. Wenn es draussen dunkel und kalt ist, mache ich mir einen Tee, setzte mich auf den Boden und packe meine Puzzleteile aus. Für mich ist das total entspannend und normalerweise kann ich so den Alltagsstress von mir abfallen lassen. Doch heute erzähle ich Ihnen die Geschichte von meinem bisher herausforderndsten Puzzle.

Die Geschichte beginnt vor über einem Jahr, es war ein verregneter Herbstabend und ich machte mich an meine neuste Errungenschaft: ein personalisiertes Puzzle mit einem Foto als Motiv. Ich war voller Begeisterung und begann alle Teile mit der bedruckten Seite nach oben zu wenden und gleichzeitig die Randteile rauszusuchen. Bald merkte ich aber, dass dieses Puzzle wohl noch eine Knacknuss werden könnte, und, ich habe richtiggelegen. Ungefähr ein Viertel der Randteile des Puzzles sind rabenschwarz, ohne jegliche Konturen, und ebenso die entsprechenden Teile im Innern des Puzzles.

Nach dieser Entdeckung habe ich mich aber erstmals nicht weiter um dieses «Schwarze Loch» gekümmert, sondern mich sukzessive durch den Rest des Puzzles durchgekämpft. Nach zirka einem halben Jahr war ich so weit, dass ich alle Teile, bis auf die schwarzen, in meinem Puzzle verbaut habe. Ich weiss, ein halbes Jahr ist eine lange Zeit, aber auch der farbenfrohere Teil des Puzzles war äusserst herausfordernd.

Normalerweise ist es beim Puzzeln so, dass je weniger unverbaute Teile man noch übrighat, desto schneller kommt man voran. In diesem Fall war das natürlich anders. Seit dem Frühling versuche ich, diesen letzten Teil des Puzzles zu komplettieren und bin leider noch immer nicht fertig. Ich bin zwar so weit, dass ich nur noch 20 freie Teile habe, aber drei Stellen ohne passendes Puzzleteil. Es stellt sich heraus, dass unter den schwarzen Teilen einige falsche Freunde stecken. Das heisst, zwei oder mehr Teile sind sich in ihrer Form so ähnlich, dass es äusserst schwierig ist, herauszufinden, ob man das richtige Teil verbaut hat. Ich versuche nun resigniert, diese Fehler auszumerzen. Bei meiner aktuellen Geschwindigkeit von einem Teil pro 15 Minuten ist das aber ein herber Rückschlag.

Aber wenn mich dieses Puzzle eines gelehrt hat, dann ausdauernd zu sein. Deshalb lasse ich mich nicht unterkriegen. Falls Sie mir aber mal auf der Strasse begegnen sollten– sprechen Sie mich bitte nicht auf meinen Fortschritt mit dem Puzzle an, so weit bin ich dann doch noch nicht.

 


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