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Leben & Glauben, Gesellschaft

Weltgebetstag: «Steh auf, nimm deine Matte und geh deinen Weg!»

Am Freitagabend, 6. März, wird in mehr als 170 Ländern der Weltgebetstag in ökumenischen Feiern begangen. Die Liturgie stammt diesmal aus Zimbabwe.

In der Sprache der Shona begrüsst man sich mit «Kmaziwai» und in der Sprache der Ndebele mit «Salibonani». Das sind nur zwei der 16 Amtsprachen von Zimbabwe, dem ehemaligen Rhodesien. Zimbabwe heisst Steinhäuser, geht auf die grösste vorkoloniale Ruinenstätte im südlichen Afrika zurück und ist neben den Viktoriafällen eine der Touristenattraktionen des Landes.

Zimbabwe ist ein Binnenland und grenzt an Südafrika, Botswana, Sambia und Mosambique. Es hat etwa 16 Millionen Einwohner, davon über 50 Prozent junge Menschen. Die Hauptstadt ist Harare. Es liegt in der Savannenregion und ist ein Hochland mit relativ mildem Klima, von daher ein sehr fruchtbares Land, doch die Regenzeit von Mitte November bis März bringt infolge des Klimawandels seit Jahren nicht mehr zuverlässig Niederschläge. So kam es wiederholt zu Dürreperioden.

Geschichte 

Das Land hat eine reiche vorkoloniale Geschichte mit einer hochstehenden Zivilisation. Grasland, Elfenbein und Goldadern waren gute Bedingungen für den Handel schon vor dem Jahr 1000 nach Christus.

In den 1890-er Jahren begann die britische Besatzung und dauerte bis zur Unabhängigkeit im Jahre 1980. Dafür bezahlte das Land einen grossen Preis. Abertausende von Menschen starben, als sie sich gegen die Kolonialisten erhoben. Seit der Unabhängigkeit regierte 37 Jahre Robert Mugabe und führte lange Zeit ein tyrannisches Regime.  

Liturgie

Die Frauen vom Weltgebetstagskomitee wählten als Grundlage für die Liturgie den Text aus Johannes 5,2-9a, «die Heilung am Teich Betesda». Zu diesem Teich gehörten fünf Säulenhallen. Dort lagen viele Kranke, die auf die Bewegung des Wassers warteten, um als Erste hinein zu steigen um gesund zu werden. Ein Mann, der schon viele Jahre dort war, weil er nicht gehen konnte, wurde von Jesus gefragt, ob er gesund werden wolle. Der Kranke antwortete ihm, dass er niemanden habe, der ihm zum Wasser helfe, daher könne er nicht gesund werden. Da sprach Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Liege und geh! Der Mann wurde sofort gesund, nahm seine Liege und ging. 

Aufstehen und eigene Wege gehen – das wollen viele Menschen in Zimbabwe und auf der ganzen Welt. Mit Beten und solidarischem Teilen können alle sie dabei unterstützen, die mutigen und hartnäckigen Pionierinnen Zimbabwes. Sie haben die Gemeinden gelehrt zu beten, zu lieben und zu vergeben. 

Gret Menzi

 

Lied der Verheissung 

 

Mit Gottes Hilfe

aufstehen und loslassen

Dunkelheit schwindet

 

Mit Gottes Hilfe

aufbrechen und Mauern überwinden

Licht breitet sich aus 

 

Mit Gottes Hilfe

sorgen und lieben 

Freude und Jubel kehren ein

 

Maria Broedel



Schlusspunkt  | Artikel

Adieu Urs 

Noch nie waren wir so sehr auf die Menschen im Gesundheits- und Rettungswesen angewiesen wie jetzt. Zeit, ihnen allen Danke zu sagen für die schon fast übermenschliche Leistung, die ihnen angesichts der Corona-Krise abverlangt wird. Dies wollte Urs Heer mit diesem Bild ausdrücken. 

Auch er war wegen einer schweren Erkrankung schon länger auf die Unterstützung der Medizin angewiesen. Leider konnte sie in seinem Fall nicht mehr helfen: Er verstarb, kurz bevor «Reformiert GL» gedruckt wurde. 

Wir trauern mit seinen Angehörigen um einen liebenswerten Menschen und hervorragenden Fotografen, der in den vergangenen 18 Jahren jede Ausgabe von «Reformiert GL» mit einem wunderbaren, kreativen Bild auf der «Letzten Seite» bereichert hat. Zwei Tage vor seinem Tod schickte er noch Fotos bis zum September. Es war ihm ein Anliegen, dass diese noch erscheinen werden. Gerne respektieren wir seinen Wunsch. 

Wir danken Urs Heer posthum für sein jahrelanges, zuverlässiges und wertvolles Wirken im Dienste unserer Landeskirche. Seinen Angehörigen sprechen wir unser tiefempfundenes Beileid aus. Auch wir sind sehr traurig. Er ruhe in Frieden. (mb)