Chronos, Kairos und das Licht der Hoffnung
Vor 13 Jahren hat Daniel Zubler eine kleines, feines Chronometer als Geschenk zum Amtsantritt als Glarner Spitalpfarrer aus den Händen der damaligen Dekanin Almut Neumann erhalten. Am 15. Februar 2026, in der Stadtkirche Glarus, schenkt er es weiter an seinen Nachfolger Heiko Rüter. Und gibt ihm noch zweierlei mit auf den Weg: «Ich habe es damals eine Stunde vorgestellt – um immer genug Zeit für die Menschen im Spital zu haben» und: «Die gemessene Zeit, Chronos, sagt noch nichts über deren Qualität aus. Dafür steht das Wort ‘Kairos’, die erfüllte, glückliche Zeit. Ich wünsche dir viele Kairos-Momente, die durch dich und zu dir kommen mögen.» Der Präsident des Kantonalen Kirchenrats, Pfarrer Sebastian Doll, segnet beide und gibt ebenfalls Geschenke mit auf den Weg: Für Heiko Rüter eine Kerze, um das Licht, Symbol der Hoffnung, zu den Menschen zu tragen – PatientInnen und Angestellte im Spital sowie KlientInnen des Pfarramts für Lebensberatung, das mit zur Stelle des Spitalpfarramts gehört.
Der Gottesdienst, von den drei Pfarrern gestaltet, zeigt: Der neue und der vorherige Spitalpfarrer – beide werden als Glückfall für die Besetzung dieser wichtigen Stelle bezeichnet – waren und sind dies mit Herz, Seele, offenem Sinn und ähnlichen Werten; jeder aber mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit und Art. Zubler etwa lässt in seiner Ansprache hie und da den Schalk aufblitzen. Selbst ein vielseitiger Musiker, wünscht er als Eingangsspiel Bachs grosse Toccata d-Moll von der Organistin Lara Schaffner. Rüter, der die Predigt hält, legt das Wort Gottes behutsam, nahbar und mit Bezug zu den heutigen Nöten der Menschen aus. Auf seinen Wunsch erklingt als Zwischenspiel ein kunstvoller Orgelsatz nach Cohens Folkrocksong «Hallelujah».
Die Bibellesung (durch Daniel Zubler) und Rüters Predigt über die bekannte Geschichte der «Heilung des Gelähmten» (Markus-Evangelium, Kapitel 2, 1-12), macht deutlich: Gesundheit ist ein hohes Gut – das grösste Wunder aber ist das uneingeschränkte Ja Gottes zu seinen geliebten Geschöpfen, denen er sein Reich öffnet, Trost anbietet, sie von Schuld und Not erlöst. Die Wunderheilung, starkes Zeichen für Gottes Gegenwart und Macht, verweise dabei auf etwas Grösseres, das Hoffnung gebe, auch wenn das Leiden nicht mit einer Wunderheilung ende. Das Eingangs- und Fürbittegebet durch die Kantonale Kirchenrätin Susanna Graf ist auch den mit Mühsal und Sorgen Beladenen gewidmet – und sie bittet um Segen für jenen wichtigen Dienst, den ab diesen Monat Pfarrer Heiko Rüter versieht. Für etliche Anwesende ist der Gottesdienst, der beim Apéro in der Vierung ausklingt, ein Wiedersehen: Rüter, der ab 2008 als Spitalpfarrer in Baden und Olten wirkte, war von 1998 bis 2008 Gemeindepfarrer in Luchsingen GL und Seelsorger der Höhenklinik Braunwald und freut sich sehr, ins Glarnerland zurückzukehren.
Bilder: Sandra Felber und Swantje Kammerecker
Chronos, Kairos und das Licht der Hoffnung