Denkpause zur Konfirmation 2026
Von Pfarrerin Almut Neumann
Die Konfirmation hat etwas mit einer Standortbestimmung zu tun. „Wollt ihr euer Leben als Christen führen und zu dieser Gemeinde gehören?” Dahinter stecken auch die Fragen, wie man auf seinem Weg seine Ziele verfolgen will. „Welche Massstäbe, welche christlichen Werte sind dir dabei wichtig?“
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten! Und das gilt nicht nur für unsere Konfirmanden.
Für ihren Lebensweg haben sie einige Bilder in der Tiefe ihrer Seele, die ihnen Halt geben: die Familie, ihr Elternhaus, dazu gehört auch ihre Kirchgemeinde. Diese Bilder stehen für Heimat, Herkunft, Frieden; aber da sind auch freudige Erwartungen auf Freiheit und Herausforderungen.
„Du stellst meine Füsse auf weiten Raum." Ein Wort aus dem 31.Psalm steht in diesem Jahr für das Thema meiner Konfirmanden in Mitlödi.
Glaube verändert sich - und bleibt sich doch treu. Glaube ist neugierig auf Neues, auf Veränderungen, auf neue Ideen, und ist doch zugleich jenes Grundvertrauen, das wir als Kind schon erfahren durften. So besteht unser Leben aus Improvisation und aus Ordnung, aus festem Tagesablauf und doch immer wieder aus Überraschungen. Das macht ja das Leben schön und interessant! So auch unser Glaubensleben... wiedererkennbare Themen, Gefühle, Grundmuster. Lassen wir uns drauf ein: Hören, schauen, fühlen wir, wie sich die Glaubensmotive entwickeln... Spüren wir dem Gott nach, der in unserem Leben zu hören ist: Der Gott Jesu Christi behüte dich... Und er stelle deine Füsse auf weiten Raum
„Du stellst meine Füsse auf weiten Raum.“, ein Gedanke, der uns aufatmen lässt. Der Vers tröstet schon in dem Augenblick, in dem man die Worte in den Mund nimmt. Im stillen Gebet und beim lauten Lesen spürt man es körperlich. Das Wort schafft in uns einen weiten Raum. Statt Enge und Angst spüren wir Freiheit und Zuversicht.
„Du stellst meine Füsse auf weiten Raum“ – ein Wort, welches Freiheit und Geborgenheit zugleich schenkt. Das Wort umspannt auch verschiedene menschliche Erfahrungen: Gott hat immer wieder unsere Füsse auf freien, weiten Raum gestellt; im Glauben durften wir freie Menschen sein. Allerdings: Als unendlich frei erleben wir unseren Weg durch unser Leben ja nun doch nicht. Da gibt es die Gebote, Regeln, Wegzeichen, die unseren Füssen Richtung geben.
Heute wollen wir die Konfirmanden begleiten mit unseren guten Wünschen und Gebeten.
Begleitet werden sie hoffentlich immer wieder von Menschen, die Ja zu ihnen sagen und die mit ihnen auf der Suche sind.
Es hilft, zu wissen: Es ist Gott, der uns mitsamt unseren Füssen auf den weiten Raum des Lebens stellt. In seinem Sohn Jesus Christus ist er für uns erkennbar geworden. Begleitet werden wir von dem Gott, der in der Taufe Ja gesagt hat.
Das spricht Gott heute den Konfirmanden mit dem Konfirmationssegen ganz persönlich zu: Gott segne und behüte dich, wohin du auch gehst. Amen
Denkpause zum 28. März 2026
Denkpause zur Konfirmation 2026