News von der Glarner reformierten Landeskirche

Mein Abenteuer in Norwegen beginnt

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30.01.2023
Es ist immer wieder spannend, ein anderes Land zu entdecken. Helena Golling verbringt ein Auslandssemester in Ås, Norwegen und nimmt uns mit in den ersten Monat in ihrem Zuhause auf Zeit.

Von Helena Golling

Es war genau so, wie man sich Norwegen im Winter vorstellt: Bitterkalt und Schnee soweit das Auge reicht. Als wir im neuen Jahr in Oslo ankamen, waren es -10┬░C und der Boden eisig und rutschig. Der Schnee knirschte unter den Schuhen und der Himmel war blau und wolkenlos. Immerhin brannte in der Lobby unseres Hotels ein offenes Feuer, das Gem├╝tlichkeit ausstrahlte oder Hygge, wie es die Norweger nennen. Mein Abenteuer in Norwegen hatte begonnen. F├╝r das n├Ąchste halbe Jahr w├╝rde ich hier studieren.

Nach einer Woche mit meiner Familie, die mich in den hohen Norden hinaufbegleitet hat, bin ich jetzt angekommen in meinem WG-Zimmer an der Uni in ├ůs, Norwegen. In meiner Sechser-WG sind wir bisher zu dritt: der Tierarztstudent Basel, der Maschinenbauer Aksel und ich. Wir haben uns darauf geeinigt, Norwegisch zu reden und das klappt immer besser. Meine Vorarbeit, das Norwegisch-Lernen der letzten Monate, zahlt sich aus. Wenn mir ein Satz zu schnell geht, frage ich nach, und lerne so t├Ąglich neue Worte. Das erste Wochenende hier nutzte ich zum Ankommen und freundete mich zwischen den Wohnheimen mit einer gleichaltrigen Norwegerin und ihrem Hundewelpen an. Kris ist sehr nett und zeigte mir den Campus, da sie sich schon auskennt. Am Sonntag lag immer noch sehr viel Schnee, es war aber nicht mehr so kalt. Von meinem Zimmer schaue ich auf eine Langlaufloipe hinunter. Und diesen Morgen herrschte dort Hochbetrieb. St├Ąndig kamen Langl├Ąufer vorbei. Einmal kam eine ganze Familie, mit Kind und Hund. Ein andermal zog ein Vater sein Kind in einem Schlitten hinter sich her. Ich war zuvor erst einmal Langlaufen, mit 13, habe aber Langlaufski dabei. Wenn so viele Leute hier langlaufen, musste ich es auch ausprobieren. Also zog ich mich warm an, lief zur Loipe und versuchte, mich in die Ski einzuklicken. Kaum drin, fuhr ich auch schon los, hatte aber eine R├╝ckenlage und plumpste r├╝ckw├Ąrts in den Schnee. Danach funktionierte es besser; ich fuhr eine Runde und entschied dann, dass es f├╝rs Erste reichte. Abends traf ich mich noch mit drei Austauschsch├╝lerInnen aus Brasilien, Deutschland und Lettland zum Kaffee. Am Montag begann hier die Uni. F├╝r drei Wochen besuche ich einen Blockkurs auf Englisch ├╝ber Nachhaltigkeit bei Ern├Ąhrungssystemen. Die Tage sind kurz. Wenn ich aufstehe, ist es noch dunkel und am Nachmittag um drei, wenn ich von der Uni heimkomme, d├Ąmmert es schon. Daf├╝r sehe ich morgens oft Rehe auf dem Feld, das ich von meinem Fenster aus ├╝berblicke. Obwohl ich erst seit Kurzem hier bin, gef├Ąllt es mir sehr, ich f├╝hle mich wohl hier. Die Leute sind freundlich und ich bin gespannt darauf, Norwegen kennenzulernen.

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