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Leben & Glauben, Spiritualität

Wenn Weihnachten am Strand in der Sonne gefeiert wird

Wie feiern Menschen in anderen Ländern Weihnachten? Dies hat die 14-jährige Sanya Zweifel aus Filzbach für eine schriftliche Arbeit erforscht.

Sanya Zweifel konnte in der Weihnachtszeit auf Grund eines Volleyballspieles nicht an einem Jugendgottesdienstangebot teilnehmen, um Punkte zu sammeln. Als Ersatz bekam sie von Pfarrer Bruno Wyler die Aufgabe, eine schriftliche Arbeit abzuliefern, die handgeschrieben und etwa sieben Seiten umfassen musste, damit die gleiche Punktzahl erreicht wurde.

Die 14-jährige Sportschülerin spielt bei Biogas Volley Näfels in der Jugend- und Damenmannschaft. Neben den Spielen in der 2. und 4. Liga besucht sie noch zwölfmal in der Woche die Trainings in der Sportschule und beim Verein.

Ein Adventskalender mit Weihnachtsbräuchen aus aller Welt brachte sie auf das Thema «Weihnachten in anderen Ländern» für die schriftliche Arbeit, und auch Google und Wikipedia halfen bei der Suche weiter.

Unterschiede sind gross

So unterschiedlich wie die Länder sind auch die Bräuche rund um Weihnachten. Gut gefallen hat Sanya das Luciafest in Schweden, das am 13. Dezember gefeiert wird. Das ist so eine Art «Vorweihnachten». Die Luciabraut trägt ein weites, weisses Gewand und auf dem Kopf einen Kerzenkranz aus Preiselbeerblättern. Lucia geht zusammen mit Begleitung von Haus zu Haus und bekommt kleine Geschenke.

Auf der anderen Seite der Erdkugel wird Weihnachten im Sommer gefeiert, so zum Beispiel in Australien. In den Geschäften sind die Wände mit Winterlandschaften bemalt, und auf dem Boden liegt künstlicher Schnee. Viele feiern Weihnachten am Strand. Das Fest beginnt mit dem Besuch der Mitternachtsmesse am 24. Dezember, und am Weihnachtstag bringt Santa Claus die Geschenke.

Bunt, fröhlich und laut wird in Spanien gefeiert. Am Weihnachtsabend gibt es ein grosses Feuerwerk, es wird die ganze Nacht gegessen und getanzt. Mit Trommeln wird sehr viel Krach gemacht. Den Christbaum kennen viele Spanier erst seit einigen Jahrzehnten. Für viele Familien ist er viel zu teuer, da nur im Gebirge Nadelbäume wachsen.

In Tschechien kommt am Abend vom 5. Dezember der Nikolaus. Er hat einen kleinen Teufel namens «Tschert» dabei. Die braven Kinder bekommen Süssigkeiten und die anderen nur einen Kohlkopf. Am Heiligabend wird der Tannenbaum mit Nüssen, Äpfeln, Kugeln, Strohsternen und Kerzen geschmückt. Gesungen wird auch in Tschechien, insbesondere das Lied vom «Guten König Wenzel», der einem armen Bauern zu essen gab, gehört dazu.

In Griechenland ziehen die Kinder von Haus zu Haus und bekommen Rosinen, Feigen und süsses Gebäck. Einen Weihnachtsbaum können sich nur reiche Familien leisten. Die Geschenke gibt es erst am 1. Januar, dem Namenstag vom Heiligen Basilius.

In Italien bringt die Fee Befana die Geschenke auch erst am Dreikönigstag. In der Weihnachtszeit werden, wie in vielen anderen Ländern, in den Familien Krippen mit wertvollen, handgeschnitzten Figuren aufgestellt.

Am schönsten zu Hause

Viel Interessantes, wie Weihnachten in andern Ländern gefeiert wird, ist bei der Arbeit von Sanya zusammen gekommen. Auf die Frage, welches Weihnachtsfest sie einmal feiern möchte, antwortet Sanya: «Am ehesten noch das Luciafest in Schweden.» Aber am schönsten sei Weihnachten zu Hause im Kreise der Familie.

Gret Menzi