News von der Glarner reformierten Landeskirche

Religionsunterricht: Neugier wecken und Vielfalt entdecken

von Edith Schuler
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02.06.2026
Zeitgemässer und kindgerechter Religionsunterricht geht weit über Wissensvermittlung zum Christentum hinaus. Er ist auch ein Lernfeld für Toleranz und Respekt.

Von Edith Schuler, Matt*

Der Glaube ist heute vielfältiger denn je. Viele Kinder und Jugendliche wachsen in einer Umgebung auf, in der verschiedene Glaubensrichtungen und Weltanschauungen aufeinandertreffen. Für viele ist der Glaube nicht mehr nur eine Frage der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion, sondern eine persönliche Reise – geprägt von Fragen, Zweifeln und eigenen Erfahrungen.

Kinder haben viele Fragen

Kinder sind von Natur aus neugierig und stellen viele Fragen über den Glauben, das Leben und die Welt um sie herum. Diese Neugier ist eine wunderbare Grundlage, um im Religionsunterricht gemeinsam über spirituelle Themen nachzudenken.

Mein Ziel im Religionsunterricht ist es, den Kindern ein offenes Verständnis für verschiedene Glaubensrichtungen zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur um die Lehre unserer eigenen Religion, sondern auch darum, mal in eine andere Religion hineinzuschnuppern. So fördern wir Toleranz und Respekt gegenüber anderen Überzeugungen. Auch ethische Fragen gehören zum Unterricht dazu – sie regen die Kinder zum Nachdenken über Werte und Moral an.

Die eigene Identität entwickeln

Der Religionsunterricht bietet den Kindern die Chance, ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig lernen sie die Vielfalt der Glaubensrichtungen in ihrer Umgebung kennen. Für viele Kinder ist das wichtig, um ihre eigene Identität und ihre Werte zu formen.

Besonders am Herzen liegt mir, dass der Unterricht kindgerecht gestaltet ist und genug Raum für Diskussionen und persönliche Erfahrungen bietet. Ich möchte die Kinder ermutigen, ihre eigenen Gedanken und Gefühle über den Glauben offen auszudrücken.

So schaffen wir eine Atmosphäre, in der die Kinder nicht nur lernen, sondern auch erleben können, wie bereichernd der Austausch über Glaubensfragen sein kann.

Bild: Im Religionsunterricht geht es nicht nur um Gespräche, sondern auch um gemeinsames Erleben. An besonderen Orten und bei verschiedenen Aktivitäten entdecken die Kinder auf vielfältige Weise Fragen rund um Glauben, Leben und Gemeinschaft. Ob beim Nachdenken an stillen Orten oder beim gemeinsamen Tun, der Unterricht bietet Raum für Erfahrungen mit allen Sinnen, die verbinden und in Erinnerung bleiben.

*Edith Schuler ist Katechetin im Chlytal

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