Editorial: Der Himmel – so fern und doch so nah
An Sommertagen blicken wir hinauf und spüren es - da ist mehr als Blau, mehr als Wolken und Licht. Der Himmel verbindet Menschen, Landschaften, Erinnerungen und Sehnsüchte – überall auf der Welt auf seine ganz eigene Weise.
Im Norden Europas wird es im Sommer kaum dunkel. Über dem Polarkreis ziehen weisse Nächte dahin, während im Winter die Sonne nie aufgeht und Polarlichter lautlos am Himmel tanzen. In Asien versinkt die Sonne glutrot hinter Tempeln, Reisfeldern oder den Silhouetten grosser Städte, während in Afrika sich der Horizont weit und endlos öffnet: Akazien zeichnen sich im Abendhimmel ab, Elefanten, Gazellen und Zebras ziehen durch die Savanne, Giraffen grasen ruhig und Löwen jagen lautlos ihre Beute.
Auf den anderen Kontinenten erzählt der Himmel seine Geschichten. Über Südamerika leuchtet er dramatisch über den Anden und den Regenwäldern, in Australien scheint er grenzenlos weit über roter Erde. In Nordamerika spiegeln sich Wolkenkratzer, Wälder und Seen im wechselnden Licht der Jahreszeiten. Und über Europa begleitet er unseren Alltag – über Dörfern, Städten, Seen und Alpen.
So unterschiedlich diese Himmel auch wirken, Sie erinnern uns daran, dass wir Teil einer grossen gemeinsamen Welt sind. Manchmal schenkt uns der Blick nach oben Ruhe, manchmal Staunen, manchmal Trost. Ein heller Morgen, ein nahendes Gewitter oder die ersten Sterne am Abend verändern oft auch unseren Blick auf den Tag.
Vielleicht liegt gerade darin die besondere Kraft des Himmels, mit der er uns verbindet. Über Grenzen, Sprachen und Kontinente hinweg spannt sich derselbe weite Raum. Und vielleicht lohnt es sich gerade im Sommer, öfter einmal innezuhalten, aufzuschauen und den eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen.
Text und Fotos (Sinnenuntergang und Vollmond bei Phnom Phen, Kambodscha): Hans Heinrich Hefti, kantonaler Kirchenrat Ressort kirchliche Zusammenarbeit
Editorial: Der Himmel – so fern und doch so nah