News von der Glarner reformierten Landeskirche

SchöpfungZeit 2026: Gottes Erde in unseren Händen

von Regula Eschle Wyler
min
31.08.2026
«Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat den Menschen zu Nutze, dass du Brot aus der Erde hervorbringst.» (Psalm 104,14)

Von Pfarrerin Regula Eschle Wyler

Gott beauftragt uns Menschen die Schöpfung «zu bebauen und zu bewahren» (Genesis 2,15). Doch lange wurde nur der Kulturauftrag betont und mit dem aus dem Kontext gerissenen Vers «Macht euch die Erde untertan.» (Genesis 1,28) als «Herrschaftsauftrag» und Erlaubnis missverstanden, die Erde auszubeuten. «Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Erde in all den künftigen Jahrhunderten noch finden? Bis wohin soll unsere Habgier noch vordringen?», soll der römische Gelehrte Plinius vor 2000 Jahren beklagt haben.

Seit den 1970-er Jahren wird die ökologische Frage auch bei uns diskutiert. Der Ökumenische Rat der Kirchen nahm sie auf. Es führte 1983 zur Dreiheit «Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung». In der Schweiz wurde 1986 der Verein oeku Kirchen für die Umwelt gegründet. Seit genau 40 Jahren setzt sich die oeku für die Bewahrung der Schöpfung als Teil des kirchlichen Auftrags und damit für nachhaltiges Handeln ein und lädt zum Feiern der SchöpfungsZeit ein. Sie beginnt am 1. September, dem Tag der Schöpfung, und dauert bis zum 4. Oktober, dem Gedenktag des Franz von Assisi. Sie schliesst Erntedankfest und Bettag ein.

Noch gut erinnere ich mich, als ich in der Kirchenpflege Uster die Einführung der SchöpfungsZeit und die Kollektivmitgliedschaft bei der oeku initiierte. Mit dem Zyklus 2000-2003 zu den vier Elementen Sonne/Feuer – Erde – Luft – Wasser thematisierte die oeku 2001 den Boden unter dem Titel «Mit gutem Grund». Jeder Mensch braucht fruchtbare Erde. Doch der Boden ist knapp, verletzlich und nur begrenzt regenerierbar. Erosion und Schadstoffbelastungen zeugen davon. «Haben Sie gewusst, dass jede Sekunde in unserem Land ein Quadratmeter fruchtbaren Kulturlandes verschwindet?», schrieb ich damals im Editorial des Kirchenboten. Heute gehen nach wie vor jede Sekunde sogar 1,1 Quadratmeter Landwirtschaftsboden verloren, pro Jahr ergibt dies eine Fläche von 2’700 Fussballfeldern. Unsere Ansprüche wachsen weiter: Ausbau der Nationalstrassen, weitere Parkplätze, neue Einkaufszentren, mehr Wohnraum und mehr.

Die SchöpfungsZeit erinnert uns daran, dass die Erde Gott gehört, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, und uns nur zur treuhänderischen Nutzung anvertraut ist. Die Erde ist mehr als nur der Boden unter unseren Füssen, sie ist Grundlage allen Lebens. «Der Boden ist eines der kostbarsten Güter der Menschheit.», heisst es am Anfang der Europäischen Bodencharta von 1972. Der Boden ermöglicht es Pflanzen, Tieren und Menschen, auf der Erdoberfläche zu leben. Auch unser Planet heisst Erde und ist unendlich kostbar. Ein riesiger Organismus voller Leben, in dem alles mit allem zusammenhängt. Mit gutem Grund widmete Franz von Assisi der Erde in seinem Sonnengesang eine Strophe: «Gelobt seist Du, mein Gott, durch unsere Schwester Mutter Erde. Sie belebt und lenkt uns. Sie erzeugt viele Früchte, farbige Blumen und Gräser.»

Tägliche Impulse in der Schöpfungszeit 2026

Alles Leben kommt von Gott, steht in Beziehung zu Gott und kehrt wieder zu ihm zurück. Vom 1.9. bis 4.10. erhalten Sie jeden Morgen eine Mail mit Anregungen zur geistlichen Besinnung, Meditation und Aktion, online und kostenlos, zum Hören oder Lesen. Fünf Wochen – fünf Themen: Feuer, Erde, Wasser, Luft – und Segen. Einfach hier anmelden: geerdetglauben.de/schoepfung

Unsere Empfehlungen