News von der Glarner reformierten Landeskirche

Schwerpunkt: Feines zum Durstlöschen aus dem Glarnerland

von Dagmar Doll
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28.05.2026
Es ist Sommer, es ist heiss und nach manchem Marsch gibt es nur noch eines: ein Brunnen mit Trinkwasser, am liebsten auf direktem Weg in den geöffneten Mund. Was für ein Gefühl. Im Glarnerland mit sehr guter Wasserqualität eine Wohltat. Manchmal braucht es nicht mehr. Und manchmal eben schon. Eine Erkundungstour.

Von Dagmar Doll

Unser Glarner Wasser ist nicht nur pur ein Genuss, sondern so vielfältig, dass wir auf kleinsten Raum mit Felswasser Bier brauen und aus Quellwasser Mineralwasser gewinnen können. Und aus letzterem wird wiederum die berühmte Elmer Citro hergestellt (mehr dazu: Seite 8). Anders etwas weiter nördlich wird Bier gebraut, bereits seit über hundert Jahren und in der fünften Generation. „Wasser ist der Lebensnerv des Bieres und in Schwanden sind wir verwöhnt mit qualitativ ausgezeichnetem Brauwasser“, so beschreibt Roland Oeschger, VR Präsident der Brauerei Adler, seine Beziehung zum Glarner Wasser. Stolz ist die Brauerei auch auf ihren eigenen Whisky, der mit dem Namen Martinsloch ein Glarner Prädikat erhält.
Er ist nicht das einzige hochprozentige Produkt im Glarnerland. Manch feines Essen wurde bereits mit dem Glarner Alpenbitter abgerundet. Und wer dem Foodwaste entgegenwirken möchte, der greift zum „Ännändaner Brot Gin“ aus der Bäckerei Cornetto. Die Aufzählung geistreicher Wässerchen aus dem Glarnerland ist damit aber nicht komplett – es gibt in den verschiedenen Läden noch mehr zu entdecken.            

Der älteste Glarner Weinberg

In Ennenda, Glarus, Mollis und Niederurnen werden Rebberge bewirtschaftet. Roland Gisler ist stolzer Pächter des ältesten Glarner Weinbergs; er hegt und pflegt mit viel Einsatz und Liebe die Reben unterhalb der Bürgli-Kapelle in Glarus. Dafür brauche es eine wirkliche Leidenschaft und  viele helfenden Hände, auf die der Hobbywinzer während der Traubenlese zählen kann.

Wer koffeinhaltige Heissgetränke liebt, wird bei drei Kaffeeröstereien im Kanton  fündig. Es ist ein besonderer Duft, der jeweils durch die Gassen zieht, wenn die Bohnen geröstet werden – sie sind zubereitet mit erhitztem Glarner Hahnenwasser als Espresso und Kaffee in allen Variationen zu geniessen. Kalter Kaffee soll bekanntlich schön machen. Ob das das stimmt, ist nicht belegt. Wie fein er schmecken kann, zeigt der Kaffeesirup, den Rahel Schnyder in ihrem kleinen Hofladen in der oberen Bleiche in Glarus anbietet, aufgegossen mit frischer Glarner Milch. Und ja, auch in dieser Milch steckt schlussendlich das Wasser des Glarnerlands! Ebenso in all den Früchten, die auf Glarner Boden gedeihen.

Obst und Kräuter

Mit dem Herbst kommt die Zeit der Obsternte und manch einer weiss nicht wohin mit seinen Äpfeln. Warum dann nicht zu einer Mosterei geben? Familie Hefti vom Hüsliguet in Mitlödi mostet nicht nur das Obst der eigenen siebzig Bäume, sondern nimmt auch Aufträge entgegen. Aus den Erträgen des heimischen Apfelbaumes lässt sich feiner Apfelsaft machen, der sehr lange haltbar ist. Auch weitere Obstproduzenten im Glarnerland bieten Most und mehr an. Bleiben noch die guten Glarner Kräuter: Aus ihnen wird nicht nur der erwähnte Glarner Alpenbitter hergestellt, sondern auch der Glarnertee, eine Mischung aus typischen hiesigen Kräutern. Die traditionelle Rezeptur findet bereits 1850 schriftliche Erwähnung: Eisenkraut, Pfefferminze, Hibiskus, Malve, Ringelblumen, Berg-Thymian und Kamille.

Alkoholfreier Aperitif

Glarner Getränke gibt es in unermesslicher Fülle – unerwähnt bleiben all die Säfte und Sirups, Liköre und Limonaden, die in der heimischen Küche hergestellt werden. Als eines der neusten Produkte, bereits mit einem Award ausgezeichnet, machte der alkoholfreie Aperitif „June & Moon“, entstanden in der Küche der Näfelserin Joanna Perry Furore. Glarner Wasser ist also auch eine unerschöpfliche Quelle für neue kulinarische Ideen – und wird uns hoffentlich noch lange im Überfluss erfreuen.

Bild: zvg Elsbeth Hefti

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