News von der Glarner reformierten Landeskirche

Denkpause zu Erntedank: Staunen und Danken

von Dagmar Doll
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26.09.2026
Am kommenden Sonntag feiern wir in unserer Kirchgemeinde das Erntedankfest. Passend dazu liegt bei mir auf dem Pult seit vorgestern ein älteres Heft mit Anregungen für Kindergottesdienste. Thema: Staunen und Danken. Ich komme ins Grübeln...

Von Pfrn. Dagmar Doll

Ja, ich komme ins Grübeln. Denn der vergangene Sommer war mit Rilke gesagt wieder „sehr gross“, aber ich bin ehrlich, für mich war er zu gross, zu viel, zu heiss und manchmal auch zu voll. Aber das ist ein rein persönliches Empfinden. Nun scheint er vorbei und wir gehen dem Herbst entgegen, der kalendarisch längst begonnen hat. Jetzt ist es morgens wieder dunkel und abends wieder kälter. „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben!“ Wieder Rilke und jetzt klingt es melancholisch. Und ein wenig unzufrieden. Ein Gefühl, das um sich zu greifen scheint, denn wir hören, sehen und fühlen zu viel Schweres und vermeintlich zu wenig Leichtes. Und dann dieses Heft „Staunen und Danken!“

Und darinnen in Kapiteln unterteilt biblische Geschichten des Aufbruchs, der Lebensfreude, des Gesundwerdens und einer grossen Ernte. Fast trotzig kommen diese Themen von der Erschaffung der Welt, der Geburt eines langersehnten Babys, der Hochzeit zu Kana, diese Heilungsgeschichte und diesem Vers vom Weizenkorn, das in die Erde fällt und viel Frucht bringt, daher. Ein wohltuendes „trotzdem“ überkommt mich. Es gibt diese Geschichten und alle erzählen von diesem Gott, der sich mit seinen Menschen verbündet, der ihnen 365 Mal in der Bibel zusagt: „Fürchte dich nicht!“, der ein Gott ist, der mich ansieht und mich in seiner Hand geborgen hält. Das sind keine religiösen Floskeln, sondern ein guter Grund, auf dem es sich stehen lässt. In starker Hitze und in grosser Kälte, in Krieg und Krankheit. Staunen und Danken hilft dabei, das Glas hab zu füllen und nicht zu leeren. Ein Erntealtar mit der Fülle des Lebens kann dabei helfen. Kann auch dabei helfen, sich zu besinnen auf das, was ich selbst dafür tun kann, dass ich zufriedener in die Welt hineinschaue oder ihr eine Zufriedenheit entgegenbringe, die konträr zu den Nachrichten der Welt steht.

Denn dazu hat Gott uns in seinen Garten hineingesetzt, dass wir bewahren, was dort ist. Das gelingt uns nicht immer und deswegen dürfen darum bitten. Das erinnert mich an die letzte Strophe vom Lied „Herr die Erde ist gesegnet“ von Christian Rudolf Heinrich Puchta, der 1843 dichtete:

„Hilf, dass wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort. Alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in deinem Schoss, und du wirst die Ernte senden, unaussprechlich reich und gross.“

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