News von der Glarner reformierten Landeskirche

Ein Jubiläum mit Kirchentheater und Feuershow

von Swantje Kammerecker
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02.06.2026
Am Wochenende vom 29. bis 31. Mai wurde rund um Kirche und Pfarrhaus Betschwanden mit einem rauschenden Mittelalterfest und zwei Theater-Gottesdiensten ein denkwürdiges Jubliäum gefeiert: 725 Jahre Kirche Betschwanden, 20 Jahre Kirchgemeinde Grosstal.

Bereits am Freitagabend, 29. Mai,  verwandelt sich der Pfarrgarten von Betschwanden in einen mittelalterlichen Marktplatz: Stände und Zelte werden aufbaut, für die Feuershow hinter dem Pfarrhaus ist ein durch Fackeln beleuchtetes Gehege vorbereitet. Gegen halb zehn Uhr dann, beim Eindunkeln, geht es los: Vier FeuerkünstlerInnen, darunter die Pfarrerin der Kirchgemeinde Grosstal Manja Pietzcker und ihr Ehemann Frank, spielen und tanzen mit züngelnden Flammen und funkensprühenden Feuerkörben. Die Arena der stolzen Glarner Gipfel, die Kirche und das in rotes Licht getauchte Pfarrhaus zaubern ein magisches Ambiente. Die Pfarrfamilie und der Kirchenrat geben an diesem Wochenende alles für das grosse Fest – und werden von Wetterglück und einen grossem Publikumszustrom belohnt, allein am Samstag etwa 500 Besuchende. Der Mittelaltermarkt, teils mit lokalen Anbietern, teils über die Szene im Internet gebucht, bietet Attraktionen für Alle: Beim Ponyreiten, Bogenschiessen, der Specksteinbearbeitung und dem Keramikbemalen ist vor allem die junge Generationen aktiv, die Älteren lassen sich einen Honigwein schmecken, stöbern bei den Handwerksprodukten, Kräutern und Seifen oder geniessen die Festwirtschaft. Im Pfarrhaus kann man altehrwürdige Bibeln bestaunen und sich in der Kunst der Kalligrafie üben.

Bodenständige Feier

Pfarrerin Manja Pietzcker nimmt immer wieder die Rolle der Moderatorin und Spielmacherin ein. Mit Begrüssung, Gebet und Segen gestaltet sie in den zwei Theater-Gottesdiensten vom Samstag und Sonntag mit den Religions-Untikindern und der Compagnie Bruderboot einen schlichten, stimmigen Rahmen. Statt der Orgel spielt ein Dudelsack auf; statt einer Festzeremonie mit Reden von Amtsträgern erwartet die Gäste nach dem Gottesdienst die Aufforderung zu einem mittelalterlichen Kreistanz. In der Kirche haben die Untikinder, welche die Entstehungsgeschichte der Kirche Betschwanden um 1300 mit Humor und Elan nachspielten, einige Steinbrocken platziert. Sie erinnern an die Mühen und den Mut  der Menschen damals, eine so grosse Kirche zu errichten, aber auch daran, dass es noch immer «lebendige Steine», also Christinnen und Christen braucht, um die Gemeinde Jesu in der Gegenwart und für die Zukunft zu bauen. Im Grosstal wird das mit vielen innovativen Projekten umgesetzt und eine lebendige Dorf- und KirchbürgerInnen-Gemeinschaft gepflegt.  

Text und Bilder: Swantje Kammerecker

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